Fahrrad in Köln-Mülheim
18.04.2007
Zusätzliche Spuren gegen den Stau?

Mülheim - Die Feinstaub-Messstation am Clevischen Ring verzeichnet am Dienstag, den 27.04.2007, bereits 27 Grenzwert-Überschreitungen seit dem 1.1.07. Zur Erinnerung: Bei 35 Überschreitungen im Jahr drohen Fahrverbote und die Einrichtung einer Umweltzone.

Was tut die Stadt Köln? Die Kölnische Rundschau berichtet am 12. April: Hauptverursacher der hohen Feinstaubbelastung ist der Autoverkehr. Da sind sich die Bezirksvertretung Mülheim und die Verwaltung einig. Kernproblem sei die zu schmale, nur zweispurige Verkehrsführung in Süd-Nord-Richtung. Um den Verkehr dort schneller fliessen lassen zu können, sollen zwei Massnahmen getroffen werden, die beide die Fahrbahn Richtung Leverkusen betreffen:

Erstens soll die Linksabbiege-Spur zur Keupstrasse in eine Geradeaus-Spur umgewandelt werden. Zweitens soll aus der Busspur am rechten Fahrbahnrand eine Rechtsabbiegespur in die Keupstrasse gemacht werden.

Kommentar: Beide Massnahmen sind für sich gesehen vernünftig. Die Linksabbiegespur wird so wenig genutzt, dass sie in eine gemischte Geradeaus/Abbiegespur verwandelt werden kann. Auch die Rechtsabbiegespur in die Keupstrasse wird die Sicherheit und den Verkehrsfluss verbessern.

Wo allerdings der Nutzen für die Umwelt herkommen soll, ist eher schleierhaft. Weniger Feinstaub bekommt man nur durch Verkehrsvermeidung. Aus dem Grund hat die Mülheimer Fahrrad Gruppe auch die Verbesserung von Fuß- und Radwegen in dem kritischen Bereich gefordert. Davon ist zur Zeit noch wenig zu sehen. Im Gegenteil: Wenn der Clevische Ring zwischen Keup- und Berliner Strasse dreispurig geführt wird, wohin dann mit den Radfahrern? (rb/MF)